{"id":17991,"date":"2024-03-07T08:55:57","date_gmt":"2024-03-07T07:55:57","guid":{"rendered":"https:\/\/presserat.ch\/?p=17991"},"modified":"2024-03-07T08:55:59","modified_gmt":"2024-03-07T07:55:59","slug":"newsletter-6-darf-biglayla-moderieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/presserat.ch\/rm\/newsletter-6-darf-biglayla-moderieren\/","title":{"rendered":"Newsletter # 6: Darf BigLayla moderieren?"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Edito Susan Boos (Pr\u00e4sidentin Schweizer Presserat)<\/p>\n\n\n\n<p>\u00abRadio made by KI!\u00bb So lautet die Eigentwerbung von Radio \u00ab<a href=\"https:\/\/www.bigfm.de\/webradio\/bigGPT\">bigGPT<\/a>\u00bb. Alle Nachrichten werden von ChatGPT zusammengestiefelt und von einer nicht-realexistierenden Moderatorin pr\u00e4sentiert. Sie nennt sich BigLayla, sieht&nbsp; geschliffen sch\u00f6n aus und schreibt \u00fcber sich, sie wolle \u00abdie Welt mit Offenheit und einem positiven Mindset ein kleines St\u00fcckchen besser machen!\u00bb. Alles an diesem Radioprogramm ist k\u00fcnstlich generiert. Wirklich alles. Hallo!?! Was tun die da?! Geht gar nicht! Oder halt doch? Schaut man genauer hin, blickt man auf unbekanntes Terrain. Das Projekt \u00abbigGPT\u00bb&nbsp;wurde von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BigFM\">bigFM<\/a> lanciert, einem Netzwerk aus privaten \u00fcberregionalen Radiosendern im S\u00fcdwesten Deutschlands. Sie schreiben zu ihrem Experiment: Man k\u00f6nne nur erahnen, was KI mit dem Journalismus mache und habe so seine Bef\u00fcrchtungen, \u00ababer genau wissen tun wir in diesem Feld noch viel zu wenig. Deswegen haben wir uns f\u00fcr einen disruptiven Ansatz entschieden und starten mit \u00abbigGPT\u00bb ausserhalb der etablierten Sender von bigFM.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Computerprogramme wie ChatGPT haben kein Verh\u00e4ltnis zur Wahrheit. Sie halluzinieren und produzieren auch ungeniert hetzerischen Unsinn. Den MacherInnen von \u00abbigGPT\u00bb ist das bewusst. Sie sagen, sie h\u00e4tten sich \u00abRegeln auf Basis von ethischen und journalistischen Standards gegeben\u00bb. Dazu geh\u00f6rt in ihrem Fall ein Vier-Augen-Prinzip. Das bedeutet, dass sie&nbsp; \u00abdie KI zwar selbst arbeiten lassen, aber nichts ver\u00f6ffentlichen, was nicht Redakteure zuvor gegen geh\u00f6rt haben. Es gibt also so eine Art &#8216;Not-Aus-Knopf&#8217; f\u00fcr den automatisierten Sendebetrieb\u00bb. Sofern sie alle Quellen \u00fcberpr\u00fcfen, die BigLayla f\u00fcr ihre Moderation nutzt, ist das gut. Das nicht zu tun, w\u00e4re der Gang in eine Verbotszone \u2013 eine journalistische Tods\u00fcnde, f\u00fcr die es keine Vergebung g\u00e4be.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Journalismuskodex enth\u00e4lt schon heute die entscheidenden Leitplanken. Um die Kernprobleme aber pr\u00e4ziser zu fassen, arbeitet der Presserat intensiv an einem KI-Leitfaden. Erste Entw\u00fcrfe liegen bereits vor. Vielleicht braucht es k\u00fcnftig auch die eine oder andere Sch\u00e4rfung oder Pr\u00e4zisierung der <a href=\"https:\/\/presserat.ch\/journalistenkodex\/richtlinien\/\">Richtlinien<\/a>. Um diese Debatte in die \u00d6ffentlichkeit zu tragen, hat der neu gegr\u00fcndete G\u00f6nnerverein des Presserates eine Veranstaltung zum Thema organisiert: \u00abWas macht KI mit dem journalistischen Kodex?\u00bb <a href=\"https:\/\/www.karldergrosse.ch\/programm\/veranstaltung?event=was-macht-ki-mit-dem-journalistischen-kodex&amp;execution=0\">Eine hochkar\u00e4tige Runde von PraktikerInnen wird am 5. Dezember im Debattierhaus Karl der Grosse (Z\u00fcrich) dar\u00fcber diskutieren.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Edito Susan Boos (Pr\u00e4sidentin Schweizer Presserat) \u00abRadio made by KI!\u00bb So lautet die Eigentwerbung von Radio \u00abbigGPT\u00bb. Alle Nachrichten werden von ChatGPT zusammengestiefelt und von einer nicht-realexistierenden Moderatorin pr\u00e4sentiert. 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