{"id":11745,"date":"2016-07-01T14:45:32","date_gmt":"2016-07-01T12:45:32","guid":{"rendered":"https:\/\/presserat.ch\/medienmitteilung-jahresmedienkonferenz-juli-2016\/"},"modified":"2016-07-01T14:45:32","modified_gmt":"2016-07-01T12:45:32","slug":"medienmitteilung-jahresmedienkonferenz-juli-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/presserat.ch\/rm\/medienmitteilung-jahresmedienkonferenz-juli-2016\/","title":{"rendered":"Medienmitteilung Jahresmedienkonferenz  2016"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00abSchweiz am Sonntag\u00bb verletzte Geri M\u00fcllers Intimsph\u00e4re<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00abSchweiz am Sonntag\u00bb hat mit ihrem ersten Artikel \u00fcber Geri M\u00fcllers Online-Chat mit einer jungen Frau den Journalistenkodex verletzt. Der Schweizer Presserat heisst eine Beschwerde von 18 Parlamentarierinnen und Parlamentariern gut.<\/p>\n<p>Unter dem Titel \u00abGeri M\u00fcller: Nackt-Selfies aus dem Stadthaus\u00bb hatte die \u00abSchweiz am Sonntag\u00bb am 17. August 2014 \u00fcber einen privaten Online-Chat zwischen Badens Stadtammann Geri M\u00fcller und einer jungen Frau berichtet: M\u00fcller habe an seinem Arbeitsort und teilweise w\u00e4hrend der Arbeitszeit Sex-Chats gef\u00fchrt. Eingangs schrieb das Blatt \u00fcber einen Polizeieinsatz der Stadtpolizei Baden, der zur vor\u00fcbergehenden Verhaftung der Frau f\u00fchrte. Gem\u00e4ss zuverl\u00e4ssigen Quellen sei es M\u00fcller gewesen, der die Polizei alarmiert habe.<\/p>\n<p>Im Journalistenkodex heisst es: \u00abJede Person \u2013 dies gilt auch f\u00fcr Prominente \u2013 hat Anspruch auf den Schutz ihres Privatlebens.\u00bb In langj\u00e4hriger Praxis hat der Presserat immer wieder festgehalten, dass die Privatsph\u00e4re von Personen des \u00f6ffentlichen Lebens grunds\u00e4tzlich gesch\u00fctzt ist, soweit ihre Funktion in der \u00d6ffentlichkeit nicht unmittelbar betroffen ist. Ein \u00fcberwiegendes \u00f6ffentliches Interesse an einer Publikation ist in aller Regel zu verneinen, wenn nicht nur die Privatsph\u00e4re, sondern gar die Intimsph\u00e4re betroffen ist.<\/p>\n<p>Die \u00abSchweiz am Sonntag\u00bb argumentierte, Geri M\u00fcller sei als Mitglied des Nationalrats eine absolute Person der Zeitgeschichte. Soweit ein sachlicher Zusammenhang mit seiner konkreten T\u00e4tigkeit als Stadtoberhaupt respektive seiner \u00f6ffentlichen Funktion bestehe, seien Eingriffe in seine Privatsph\u00e4re \u2013 und ausnahmsweise in die Intimsph\u00e4re \u2013 zu dulden. Demgegen\u00fcber waren die Beschwerdef\u00fchrer der Ansicht, M\u00fcller habe sich nicht fehlverhalten, der Chat sei einvernehmlich zwischen zwei Erwachsenen erfolgt.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Presserat ist nicht alles, was in Amtsr\u00e4umen passiert, von \u00f6ffentlichem Interesse. Der Inhalt eines intimen Chats geh\u00f6rt der Intimsph\u00e4re an, es geht nicht an, dass Medien \u00fcber den Inhalt eines solchen Chats berichten. Auch dann nicht, wenn dieser allenfalls w\u00e4hrend der Arbeitszeit gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Hingegen steht f\u00fcr den Presserat ausser Zweifel, dass Fragen zu einem allf\u00e4lligen Amtsmissbrauch in Bezug auf den Polizeieinsatz gestellt werden d\u00fcrfen und m\u00fcssen. Dies jedoch nur, wenn sich solche Vorw\u00fcrfe belegen lassen. Dies aber konnte die \u00abSchweiz am Sonntag\u00bb nicht.<\/p>\n<p><strong>Jahrheft 2016<\/strong><\/p>\n<p>An seiner Jahresmedienkonferenz hat der Presserat auch sein neues Jahrheft vorgestellt (https:\/\/www.presserat.ch\/Documents\/Jahrheft2016_d.pdf). Es enth\u00e4lt den Jahresbericht mit den wichtigsten Leitf\u00e4llen des letzten Jahres. Ein weiterer Beitrag gibt Antwort, ob es zul\u00e4ssig war, den Namen des Piloten der Germanwings-Maschine, welcher 2015 f\u00fcr den Absturz des Flugzeugs und den Tod von 149 Menschen verantwortlich war, zu nennen. Zwei Beitr\u00e4ge befassen sich mit der Rolle der Journalisten bei der Publikation der Panama Papers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abSchweiz am Sonntag\u00bb verletzte Geri M\u00fcllers Intimsph\u00e4re Die \u00abSchweiz am Sonntag\u00bb hat mit ihrem ersten Artikel \u00fcber Geri M\u00fcllers Online-Chat mit einer jungen Frau den Journalistenkodex verletzt. Der Schweizer Presserat heisst eine Beschwerde von 18 Parlamentarierinnen und Parlamentariern gut. 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