Sachverhalt
Da sich die Probleme der Abhängigkeit nicht auf den Wirtschaftsjournalismus beschränken, beschloss der Presserat im Anschluss an die Stellungnahme i.S. «Abhängiger Wirtschaftsjournalismus» (vgl. oben Ziffer 8.1.2), dem Reise-, Auto- und Sportjournalismus besondere Aufmerksamkeit zu widmen und dazu eine Umfrage bei Tourismus-, Auto- und Sportredaktionen von Zeitungen, Zeitschriften, Lokalradios sowie Radio und Fernsehen der SRG durchzuführen.
Feststellungen
Immer dann, wenn Medienschaffende auf Kosten der Veranstalter unterwegs waren, sollen sie darüber informieren. Die Grundsätze des Reisejournalismus sollen mit den politischen Grundsätzen des gleichen Mediums koordiniert werden. Länder, in denen die Menschenrechte anhaltend und massiv verletzt werden oder in denen Völkermord betrieben wird, sollen nicht oder nur kritisch - jedenfalls mit Erwähnung der politischen Zustände - behandelt werden. Tourismusredaktionen sollen Einladungen für Reisen eher von Ländern oder nationalen Fluggesellschaften annehmen als von einzelnen Veranstaltern der Reisebranche, da sie so weniger Gefahr laufen, Partei zu werden im touristischen Wettbewerb. Kleinere Medien sollen sich zusammentun, damit sie ausgewiesene freie Touristikjournalistinnen und -journalisten beschäftigen und sich an den Reisekosten angemessen beteiligen können. Auch die Grundsätze des Autojournalismus sollen mit den politischen Grundsätzen des gleichen Mediums abgestimmt werden. Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiepolitik der politischen Ressorts soll auch für den Autojournalismus gelten, sonst ist der Journalismus nicht glaubwürdig. Fahrberichte sollen stark den Charakter von Konsumententests aufweisen. Alle Wagen sollten nach einem vergleichbaren Kriterienraster kritisch durchleuchtet werden. Im Sportjournalismus sollte noch deutlicher öffentlich gemacht werden, was Wettkampf ist und was Geschäft. Sponsoren sollten nur dann genannt werden, wenn ohne sie eine wichtige Sportveranstaltung nicht stattfinden könnte.
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